DIE GESCHICHTE DES PALAIS

 

Die Albertina in Wien zählt zu den bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt. Seit 1805 ist sie in einem der prachtvollsten klassizistischen Palais Europas beheimatet: dem Palais Albertina.

 

Der Name geht auf den Begründer der Sammlung und Schwiegersohn von Maria Theresia (1717-1780), Herzog Albert von Sachsen-Teschen (1738-1822), zurück. Nachdem ihm Kaiser Franz II. (1768-1835) 1794 das 1744

Jakob Alt, Das Palais Herzog Alberts mit der Augustinerbastei, 1816, Feder in Schwarz, aquarelliert © Albertina, Wien

Jakob Alt
Das Palais Herzog Alberts mit der Augustinerbastei, 1816

errichtete Stadtpalais von Graf Silva-Tarouca (1696-1771) zum Geschenk gemacht hatte, ließ Herzog Albert das Gebäude 1802 vom belgischen Architekten Louis de Montoyer (1747-1811) durch einen imposanten Prunkraumflügel erweitern. Bereits 1822 veranlasste sein Adoptivsohn Erzherzog Carl (1771-1847) die Neugestaltung der Prunkräume durch Josef Kornhäusel (1772-1860).

 

Das hochherrschaftliche historistische Erscheinungsbild der Palaisfassaden geht auf Erzherzog Albrecht (1817-1895), Carls ältesten Sohn, zurück und resultiert aus dem Abriss der Stadtmauer im Jahre 1861, seit dem sich das Palais in erhöhter Stadtlage, elf Meter über dem Straßenniveau, präsentiert.

 

In dieser Zeit wurde auch der Albrechtsbrunnen (heute Danubiusbrunnen) errichtet. 1895 erbte Erzherzog Albrechts Neffe, Erzherzog Friedrich (1856-1936), das Palais und modernisierte die Infrastruktur durch die Einleitung elektrischen Lichtes sowie den Einbau einer Warmluftheizung. 

Albertina © Albertina, Wien (Foto: Alexander Ch. Wulz)

Albertina

1919 enteignete die Republik Österreich das erzherzogliche Palais samt der in ihm verwahrten Sammlung und nannte es fortan "Graphische Sammlung Albertina".
Nach einem Bombenschaden von 1945 wurden die historischen Fassaden demoliert und mehrere Prunkräume zerstört, die imposante Auffahrtsrampe zur Bastei wurde abgerissen.

 

Im Zuge der Generalsanierung des Palais erhielten die Fassaden zwischen 2000 und 2003 ihr originales Erscheinungsbild zurück, die Prunkräume wurden umfassend restauriert, und der stillgelegte Danubius-

brunnen wurde reaktiviert. Im Museumsbereich entstanden vier moderne, mit zeitgemäßer Technik ausgestattete Ausstellungshallen. Den neuen Eingangsbereich der "Albertina" überspannte Hans Hollein mit einem spektakulären, 64 Meter langen Flugdach aus Titan, das seit 2004 über der Bastei schwebt und zum Wahrzeichen der Albertina wurde.