MAL_ANDERS -

Ein Pilot-Projekt des Sonderpädagogischen Zentrum 2 und der Albertina

 

Die erste Herausforderung, die die SchülerInnen mit sonderpädagogischen Förderbedarf zu bewältigen hatten, war der Weg in die Albertina selbst. Die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel, das zielgerichtete kontrollierte Bewegen im öffentlichen Raum und schließlich in dem imposanten Gebäudes der Albertina standen ganz am Anfang des Projekts. Schließlich wurde in den Ateliers, den Kreativwerkstätten der Albertina, ein enger persönlicher Bezug zwischen den SchülerInnen, ihrer Schule und der Institution Museum hergestellt.

MAL_ANDERS - Ein Pilot-Projekt des Sonderpädagogischen Zentrum 2 und der Albertina.

MAL_ANDERS

In verschiedenen Workshops, die von professionellen KunstvermittlerInnen der Albertina und PädagogInnen mit künstlerischer Erfahrung begleitet worden sind, wurden Inhalte des Unterrichts vorbereitet bzw. thematisiert, wobei die Dynamik des Vermittlungsprozess sehr individuell von den Möglichkeiten und der momentanen inneren Bereitschaft der einzelnen Schülerinnen abhängig gemacht wurde.

 

Das weit angelegte Thema "Wer bin ich?" wurde in Foto-Collagen, in Drucktechnik bzw. mittels Actionpainting  behandelt. Die Gestaltung von Rahmen war Anlass über den eigenen Wirkungsraum und die eigenen Grenzen nachzudenken, die Selbsterfahrung der eigenen Größe und körperlichen Präsenz wurde anhand lebensgroßer Scherenschnitte veranschaulicht, die von den SchülerInnen begeistert mit Farbensprays in leuchtende Abbilder ihrer selbst verwandelt wurden.

 

Die hier behandelten Themen waren in der Schule wiederum die Grundlage für die Auseinandersetzung mit dem eigenen Handeln und die Wahrnehmung des Selbstwertes, der Selbstkontrolle, Selbsteinschätzung und des Selbstbewußtsein. Diese persönlichkeitsbezogene Arbeit fand Eingang in alle weiteren Unterrichtsbereiche.

 

Seit Herbst 2010 setzen sich die SchülerInnen aktiv mit den aktuellen Ausstellungsinhalten auseinander. Anlässlich der Ausstellung "William Kentridge. 5 Themen" entstand im Zeitrahmen eines Semesters im Gemeinschaftsarbeit zu erst ein Story-Board, dann ein Film und dann dessen Vertonung - eine beachtliche Leistung für die Jugendlichen!

 

Die Kooperation zwischen dem Sonderpädagogischen Zentrum 2, unter der Leitung von Direktor Regine Gratzl, und der Albertina stellt europaweit ein Pilotprojekt dar und soll im kommenden Schuljahr auf Basis der "UNESCO Road Map for Arts Education" fortgesetzt werden. Ziel ist es, den Unterricht, Ausbildung und Lehrplan für SchülerInnen mit sonderpädagogischen Förderbedarf mit der Errichtung eines außerschulischen "Lernlabors" zu bereichern. Das Projekt, geleitet seitens der Schule von Mag. Wilfried Swoboda und von Mag. Friederike Beelitz seitens der Albertina, wird auf einer breiten europäischen Vernetzung aufgebaut. Da es bislang keine Modellschule nach der "UNESCO Road Map for Arts Education", auch im Sinne einer sonderpädagogischen Richtung, in Österreich gibt, besitzt diese Kooperation eine besondere Bedeutung .

 

http://www.youtube.com/watch?v=Xp5-Ty7Up3o