Schulprogramm | Tanzbild
Erstmals präsentiert die ALBERTINA eine Ausstellung zur Tanzfotografie aus der umfangreichen, eigenen Sammlung. Die Fotografien zeigen, wie Ausdruck, Rhythmus und Bewegung in eindrucksvolle Bilder übersetzt wurden. Anfangs wurden TänzerInnen im Atelier in starren Posen und Kostümen dargestellt. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Tanz freier und ausdrucksstärker. Künstlerinnen wie Loië Fuller, Isadora Duncan oder Josephine Baker wurden zu Stars.
Mit neuen technischen Möglichkeiten gelang es den FotografInnen zunehmend, Bewegung und Dynamik festzuhalten.
Ein besonderer Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf Wien, wo nach 1900 eine lebendige freie Szene den Tanz als moderne Kunstform neu definierte.
Volksschule
In unserer dialogischen Mitmachführung erkunden die Schüler:innen, wie TänzerInnen einst posierten, wie neue freie Bewegungsformen entstanden und wie FotografInnen diese mit innovativen Techniken festhielten. Gemeinsam untersuchen wir die Bedeutung von Kostümen, Gestik und Mimik – und probieren mit Requisiten selbst typische Posen berühmter Tanzstars aus. Musik aus der jeweiligen Zeit lässt die Epoche lebendig werden.
Im anschließenden 30-minütigen Workshop direkt in der Ausstellung werden die SchülerInnen kreativ: Sie entwerfen zeichnerisch eine:n TanzpartnerIn für eine der abgebildeten Tänzerinnen. Mit Buntstift auf farbigem Papier entstehen dabei eigene Bildideen im Dialog mit den historischen Fotografien.
Unterstufe
Vom strengen Ballett mit seinen festen Regeln und starren Posen bis hin zum freien Tanz mit schwungvollen Bewegungen und fantasievollen Kostümen bewegen wir uns gemeinsam durch die Ausstellung. Dabei entdecken wir, welche Rolle Kostüm, Mimik und expressive Gestik spielten – und wie sich diese Ausdrucksformen selbst anfühlen. Mit Requisiten und Musik aus der jeweiligen Zeit wird Tanzgeschichte lebendig und unmittelbar erfahrbar.
Viele TänzerInnen waren gefeierte Stars. Die berühmte Josephine Baker nutzte ihre Popularität sogar, um sich gegen Rassismus und für Menschenwürde einzusetzen – auch diese gesellschaftliche Dimension des Tanzes wird beim Ausstellungsrundgang thematisiert.
Im anschließenden 30-minütigen Workshop direkt in der Ausstellung ist Fantasie gefragt: die SchülerInnen, inspiriert von den gezeigten KünstlerInnen, gestalten ein Plakat für eine fiktive Schul-Revue.
Oberstufe
Schon früh erkannten TänzerInnen und FotografInnen das künstlerische und gesellschaftliche Potenzial der Fotografie. In der dialogischen Führung verfolgen wir die Entwicklung von der starren Atelieraufnahme der klassischen Ballettära bis zur Momentaufnahme des modernen, freien Tanzes. Wir analysieren, wie Kostüme, exzentrische Posen und expressive Mimik inszeniert wurden und in welchem Zusammenhang diese mit Reformbewegungen, moderner Bewegungspädagogik und gesellschaftlichem Wandel stehen.
Musik aus der jeweiligen Zeit ergänzt die Bildbetrachtung und eröffnet einen sinnlichen Zugang. Gleichzeitig schlagen wir eine Brücke in die Gegenwart: Lassen sich vergleichbare Mechanismen der Selbstinszenierung und Starbildung heute in sozialen Medien beobachten? Darüber hinaus diskutieren wir Fragen der Emanzipation – etwa die neuen Handlungsspielräume für Frauen in Tanz und Fotografie – sowie das politische Engagement von Josephine Baker gegen Rassismus und für Menschenwürde.
Im anschließenden 30-minütigen Workshop direkt in der Ausstellung gestalten die SchülerInnen, inspiriert von den expressionistischen Fotografien, ein Plakat für eine fiktive Schul-Revue.
PREIS & DAUER
Eintritt | kostenlos
Führungsbeitrag pro TeilnehmerIn im Klassenverband:
60-Minuten Programm | EUR 5 |
90-Minuten Programm | EUR 6 |
Preise inkl. MwSt. | LehrerInnen und Begleitpersonen (max. zwei pro Schulklasse/Gruppe) besuchen die Ausstellung gratis und tragen während des Museumsaufenthaltes die Verantwortung für die Gruppe. | Schulklassen über 15 SchülerInnen werden geteilt.
Alle Themenführungen sind auf Anfrage auch in Englisch, Italienisch, Französisch und Spanisch buchbar. Die Führungen sind barrierefrei. Integrationsklassen sind herzlich willkommen.
BUCHUNGSANFRAGEN & KONTAKT
ALBERTINA Kunstvermittlung
werktags zwischen 9 und 16 Uhr unter T +43 1 534 83 540
oder E
